Samstag, 9. Oktober 2010

Endlich mal wieder ein Posting

Leichter gesagt als getan, denn ohne Hotspot ist nix mit posten :)

Da wir spontan zurueck nach Cumming sind, kann ich das MacBook von dem Onkel nutzen. Aber mit allen Schikanen, da Y und Z vertauscht sind und auch Umlaute erstmal Fehlanzeige sind ;)

Soderle, es ist allerdings zwischenzeitlich viel passiert. Sind wir in der ersten Woche in Atlanta gewesen, waren dort im Aquarium of Georgia und im direkt gegenueber liegenden Coca-Cola-Museum. Von ersterem habe ich einige schoene Fotos und auch Videos gemacht. Erst hatten wir ja geschluckt bei einem Eintritt von 27 $ pro Person, liess sich jedoch in ein Kombi-Ticket fuer das Coca-Cola-Museum umwandeln, damit lagen wir dann bei 36 $, aber im Nachhinein hat es sich gelohnt. Vor allem eben das Aquarium. Da war eine Anemone besonders fotogen, dass ich sie in HDR-Qualitaet festhalten konnte (Foto wird nachgeliefert...).

Nach ausgiebiger Market-Boulevard-, Mall- und diversen Restaurant-Erkundungen ging es dann tief in die Suedstaaten-Geschichte. Wir fuhren nach Madison, was oestlich von Atlanta liegt. Madison ist waehrend des Civil Wars dem Prinzip der verbrannten Erde entkommen. General William Tecumseh Sherman von den Nordstaaten war zum Kriegende durch die verhassten Suedstaaten gezogen und nur Schutt und Asche hinterlassen. Er liess alle Staedte der Konfoederierten niederbrennen. Madison ist jedoch eine Besonderheit. Waehrend 1864 bereits Atlanta brannte und die Buerger in dieser kleinen Stadt bereits die Feuer und den Rauch am Horizont wahrnahmen, waehlten sie kurzerhand einen neuen Buergermeister, der ein Freund des Militaers war. Dieser konnte seinen Westpoint-Gefaehrten von dem Plan abbringen, auch Madison niederzubrennen (wobei das Bahnhofsgebaeude wohl schon angekockelt wurde).

Im Uebrigen handeln "Vom Winde verweht" und "Fackeln im Sturm" von dem Suedstaaten-Krieg.

In Madison stehen also noch die ganzen alten Haeuser aus dem mitunter fruehen 19. Jahrhundert. Wir haben eines der Haeuser von innen besuchen koennen und hatten eine wunderbare Fuehrung und erhielten einen interessanten Einblick in das Leben der damaligen Bewohner, ohne den sonst in Amerika befuerchteten Disneyland-Kitsch. Kulturell sehr hohes Niveau. Ach ja, in einem kleinen, feinen Cafe wurden wir von frisch eingewanderten Deutschen bedient ;)

Auf dem Lake Lanier waren wir auch nochmal, das ueberaus gute Wetter nutzen. Allerdings sollten wir fuer das naechste Mal einen Ersatzkanister mit Benzin einpacken und eventuell auch die Taschenlampen nicht vergessen... Da Wolfgang gerne seine Spielchen mit uns spielt und unseren Orientierungssinn auf dem See testet, stellt er uns so manche Falle. Allerdings war das Spielchen dann nicht mehr lustig, als Thomas trocken meinte, ob die Tanknadel kaputt sein koennte, da sie nahe "Empty" war. Die Anlegestelle haben wir dann quasi mit den letzten Tropfen Oel nur noch mit Schneckntempo und in Dunkelheit erreicht. Damit war unser Bedarf an ungeplanten Abenteuern ziemlich gedeckt ;)

Der naechste, zweitaegige Ausflug ging zu weiteren Schauplaetzen des Civil Wars: Chattamauga. Der Krieg wuetete dort besonders grausam. Die Veteranen beider Seiten gruendeten spaeter eine Gesellschaft zum Erhalt des umfangreichen Areals und zur Erinnerung an den Nord-Sued-Konflikt. Wir sind den Auto-Rundweg entlang gefahren. Ueberall stehen Gedenksteine, wo und wann welche Einheit stand und auch mit welchen Verlusten fiel.

Wir fuhren dann noch weiter nach Chattanooga, sind dort zum Point-out-Park (?) auf dem Lookout-Mountain-Plateau gefahren. Hervorragende Aussichten ueber das Land (und wieder einige schoene Fotos mehr).

In Chattanooga selbst gabs dann noch einen Abstecher zur Chattanooga-Choo-Choo, ehe wir weiter nach Huntsville fuhren. So sind wir ziemlich spaet in einem weiteren Madison, dieses Mal in Alabama, angekommen und uns im Motel 6 eingemietet.

Nach einem guten Fruehstueck bei Cracker Barrel besuchten wir die Rocket-City. Am Marshall-NASA-Stuetzpunkt arbeitete Dr. Wernher von Braun an der Perfektionierung der Raketentechnik, die die ersten Menschen auf den Mond brachten. Sehr informativ und beeindruckend. Wir sahen uns noch einen Info-Film ueber die Sonne an und dann noch anschliessend einen extrem coolen Film ueber das Hubble-Space-Teleskop im IMAX-Kino. Den ganzen Tag wuselten auf dem Gelaende Gruppen mit Kindern und Jugendlichen herum, sie verbrachten dort ihre Zeit im Spacecamp, einer interessanten, wenngleich fuer uns ungewohnt patriotischen Freizeitbeschaeftigung (www.spacecamp.com).

Nunja... wir hatten auf dem Rueckweg dann noch eine ungwollte Begegnung... wir fuhren mit gruener Ampel ueber eine Kreuzung, als ploetzlich von links ein Auto angeschossen kam. Es war ein Polizeiwagen, der fast in uns reingekracht waere und erst kurz vor dem Beinahe-Zusammenstoss das Blaulicht einschaltete. Der bog in die Richtung ab, in die wir auch fuhren. Waere Thomas nicht so geistegegenwaertig gewesen und nach rechts auf die freie Bahn ausgewichen, das haette ein boeses Ende nehmen koennen. Auf der Strecke hatten wir naemlich 65 mph drauf...

Nach dem Huntsville-Turn haben wir dann erstmal zwei Tage mit Herumgammeln verbracht und in die Mall of Georgia gefahren. Wir sind dann vorgestern in die Appalachen aufgebrochen. Hier verfaehrt man eine Menge Kilometer bzw. Meilen. Nach Huntsville waren es bereits um die 2300 Meilen (die Zahl mit 1,65 multiplizieren, dann hat man die Kilometer-Anzahl...). Inzwischen sind da noch einige mehr zu gekommen...

Das erste Ziel war Brasstown Bold, dort kann man besonders gut die Smokie Mountains betrachten. Da wir im Moment allerdings schon zu gutes Wetter haben, war nix mit den rauchenden Bergen, quaso non-smoking Mountains. Sehr schoen ist jedoch der einsetzende Herbst, die Blaetter beginnen sich zu verfaerben, und einige Baeume werfen bereits ihr Laub ab, da nachts schon recht kuehle Temperaturen in den Bergen eingezogen sind. Wobei wir allerdings im Moment bei 26-30 Grad Celsius "gebraten" werden. Den richtig bunten Herbst werden wir nicht mehr mitbekommen.

Abends haben wir uns dann in Asheville erneut im Motel 6 eingemietet. Der naechste Tag hiess fuer die Jungs mit dem Auto bei Dollar-Budget vorfahren. Das Auto hatte sich naemlich zu Wort gemeldet, Oel und Reifendruck pruefen. Ich wurde in Black Mountain bei Song of the Wood abgesetzt. Ich war zumindest im Paradies :) :) :)

Dort habe ich den ganzen Mittag mit dem Musizieren auf verschiedenen Hammer Dulcimers und einer lilafarbenen Harfe zugebracht. Jo-Ann hat mich sehr gut beraten und mir eine ebenso sehr gute Einfuehrung in das Dulcimer-Spiel gegeben. Dank vorherigen geistigen Uebens mit den Youtube-Videos von Songbird hatte ich den Aufbau des Dulcimer so gut drauf, dass ich direkt beidhaendig spielen konnte. Ja, das Instrument kann ich spielen :D

Jetzt muss ich nur noch ein wenig bibbern, es wird am kommenden Mittwoch mit Versicherung und Tracking-Nummer Richtung Heimat geschickt. Ich hoffe, alles kommt heil an und der Zoll macht auch keine Mucken... Wenn das klappt, bestell ich mir die Harfe hinterher... irgendwann... ;)

Nach einer Uebernachtung im Family Inn (absolut top!!!) in, oehm, ja, wo haben wir denn uebernachtet?? Ich habs gerade vergessen... *mal auf die Uhr linst* (01:50 Uhr Ortszeit... das ist verdammt spaet...). Ja, heute ging es dann noch weiter durch die Berge. Unter anderem durch Gatlinburg und das Cherokee-Indianer-Reservat.

Zum Reservat und vorher nach Hiawassee zum MountainFestival werden wir morgen nochmal hinfahren (was fuer eine Grammatik...). Wir haben es heute zeitlich nicht ins Ocunaluftee-Freilicht-Museum geschafft. Ausserdem packen wir uns Onkel Wolfgang noch mit ins Auto. Das MountainFestival ist uebrigens ein Musik- und Handwerks-Festival.

Montag kommen wir dann wieder nach Cumming. Dienstag gibt es BBQ mit den Nachbarn von Gegenueber (Richard & seine deutsche Frau Kerstin, nebst beiden Toechtern). Die Woche soll es wieder auf den See gehen, dazu schreit einfach zu sehr das Wetter. Dann geht es nochmal in die ein oder andere Mall.

Auch wenn wir an sich noch eine Woche hier in den USA sind, die Tage werden schneller um sein, als uns lieb ist...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen